Siegen - Reutlingen
 

 

 
Willkommen im Tal der Tränen.

Vor dem Spiel entschieden wir uns dafür nur 2 Busse (davon ein Doppeldecker) auf die Reise zu schicken, da wir unsere Gruppe ansonsten zu stark splitten müssten, um in allen Bussen für Ruhe zu sorgen. Aus diesem Grund lehnten wir die zahlreichen, weiteren Anfragen ab und verzichteten auf Mehreinnahmen, zum Wohle der Geschlossenheit.
Den Abend vor dem Kick verbrachten wir im Kreise der Gruppe in unserer Kneipe mit den bereits angereisten Leuten aus Sankt Gallen. Die Anspannung war unbeschreiblich und sollte am nächsten Tag noch stärker werden.
Nach ereignisloser Fahrt sammelten wir auf einer Raste vor Siegen die Autos und 9er der Stuttgarter ein und fuhren im Konvoi die letzten Meter.
Kurz vor Anpfiff das Stadion erreicht und begonnen mit den anderen rund 600 Reutlingern dem Team Mut zu zu singen.
Heute wirklich fast alle am Mitsingen, die Lautstärke war entsprechend und der Nuller brachte den Heimanhang zu staunendem Schweigen.
Uns haben wir definitiv nix vorzuwerfen. Ohne Pause wurde durchgepowert, aber am Ende half es leider nicht.
Leider fiel irgendwann das dämmliche 0:1 und der Himmel öffnete seine Schleusen. Abartiger Platzregen, der an Darmstadt erinnerte.
In Hälfte Zwei fiel bald der umjubelte Ausgleich und der sehr gut aufgelegte Gästeblock gab noch mal alles.
Siegen reihte sich in die Reihe der Szenen ein, welche sich auf unsere youtube-Videos einen schälen und brachten ein entsprechendes Spruchband. Mega-sinnlos! Noch sinnloser jedoch die Tatsache, dass Siegen schadenfroh unseren Abstieg feierte, während ihr eigener Club finanziell tot ist und mittlerweile Insolvenz anmelden musste.
Als in der 80. Minute Trowart Krauss seinen Bock schoss und Ex-SSVler Unger einen 40Meter Kunstschuss verwandelte, verstummten die meisten im Block und die traurige Gewissheit machte sich breit, dass wir nun erstmal wieder in einer Gurkenliga rumkaspern müssen.
Nach dem Spiel Wut, Trauer und Leere in den Augen der Leute. Viele am Weinen, Schimpfen. Die Spieler wurden teilweise gar nicht wahrgenommen, als sie zum Zaun schlichen. Beschissene Situation in die wir uns jetzt wieder gebracht haben.
Mal schauen, wie sich die nächste Saison sportlichen und aus Sicht der Gruppe entwickelt.
Am Gästeparkplatz dann wie letztes Jahr behämmerte Siegener am rumpöbeln. Danach bissel Getue am Trennzaun und paar Bengis und Teile eines Kassenhäusschen lernten das Fliegen, aber Alles in Allem nix wildes.
Rückfahrt entsprechend gedrückt und in völlig durchnässten Klamotten wurde über die neue Saison debattiert.